Fast jeder kennt die Geschichte von Dracula. Ebenso die Zutaten der Geschichte wie Blutsaugen, lange Eckzähne, Särge, Kruzifixe und Pfähle, vielleicht Augenringe von durchwachten wilden Nächten und das Schloss in den Bergen von Transsilvanien. Bildhafte Zutaten können wir uns merken!

Geschichten erzeugen Aufmerksamkeit:

Unser Hirn und Herz ist für Geschichten ausgelegt. Geschichten ziehen uns in den Bann, Geschichten können wir uns gut merken, gute Geschichten erzählen wir weiter! Deshalb kennen wir auch Dracula! In Geschichten kommen Menschen vor. Menschen die denken, sprechen und handeln. In Geschichten geht es um Beziehungen. In Geschichten ist Ort und Zeit wichtig. In Geschichten werden Herausforderungen angenommen – mit oder ohne Happy-End. Stelle dir jetzt folgende Fragen, deine Headline und die Stichwortzettel vor Augen. 

  • Wen könnte dein Thema interessieren?
  • Diese Frage führt zu den Hauptperson(en) der Story? (Das kannst natürlich auch du sein)
  • Welche Personen kommen noch vor und sind wichtig – vielleicht sind es sogar Gegenspieler der Hauptperson(en)?
  • Was ist genau das Problem, die Herausforderung für die Hauptperson(en)?
  • Wie kann das Problem gelöst werden?
  • Was wird sich durch die Problemlösung für die Akteure ändern? An was kann man die Änderung erkennen? Welchen Einfluss hat die Problemlösung auf andere?
  • In welcher Umgebung findet die Story statt? Was sind wichtige Accessoires und Gegenstände für die Handlung?
  • In welchem zeitlichen Rahmen entwickelt sich die Geschichte? Wie lang dauert es von der Ist-Problem-Situation zur Soll-Lösungs-Situation.

Schon diese Fragen und Überlegungen helfen dir mit der Sketchnote eine spannende Geschichte zu erzählen und nicht nur Symbole und Gedankenfetzen aneinander zu reihen. Natürlich gibt es noch weitaus mehr Fragen die dir in den Sinn kommen wenn du an “deine” Geschichte denkst. Beantworte dir diese Fragen am besten schriftlich – oft fällt einem dadurch schon eine Bildidee dazu ein. Halte auch diese gleich skizziert fest.

Hier noch ein zusätzlicher Impuls, um eine spannende Story zu „stricken“:


Und nun das Ganze anhand eines konkreten Vorbilds: Grundlage dieser Story soll die reale Begleitung einer Führungskraft und eines Entwicklungsteams samt Teamleiter sein.

  • Wen könnte dein Thema interessieren?
    Teams, Führungskräfte, Abteilungen – besonders, wenn die Kommunikation nicht als effektiv wahrgenommen wird.
  • Diese Frage führt zu den Hauptperson(en) der Story?
    Chef, Teamleiterin – Sigi als visueller Sparringspartner und Trainer.
  • Welche Personen kommen noch vor und sind wichtig – vielleicht sind es sogar Gegenspieler der Hauptperson(en)?
    Entwicklungsteam.
  • Was ist genau das Problem, die Herausforderung für die Hauptperson(en)?
    Kein effektiver Kommunikationsaustausch, wichtige Informationen bleiben auf der Strecke, Probleme und Fehler werden nicht angesprochen.
  • Wie kann das Problem gelöst werden?
    Visuelle, konkrete und ehrliche visuelle Kommunikation. Veränderung im Mind- und Skillset.
  • Was wird sich durch die Problemlösung für die Akteure ändern? An was kann man die Änderung erkennen? Welchen Einfluss hat die Problemlösung auf andere?
    Gemeinsamer agiler Austausch. Mehr explizites Wissen im Team, Chef ist integriert, Fehler werden kommuniziert, bringen Mehrwert und werden schneller überwunden. Folge: mehr Innovationskraft.
  • In welcher Umgebung findet die Story statt? Was sind wichtige Accessoires und Gegenstände für die Handlung?
    Analoge und digitale Whiteboards. Meetings mit Begegnung auf Augenhöhe.
  • In welchem zeitlichen Rahmen entwickelt sich die Geschichte? Wie lang dauert es von der Ist- -Problem-Situation zur Soll-Lösungs-Situation.
    In diesem Fall hat die Transformation 6 Wochen gebraucht. Ein Startworkshop (8 Stunden) am Anfang, dann Begleitung und Training on the Job (6 Stunden), nach 3 Wochen Ergebnisworkshop zur Reflexion und Vertiefung  (6 Stunden) und als letzter Punkt Transferbegleitung (2 Stunden).

Ich mache solche Überlegungen meistens schon im Sketchnote-Style, so entwickeln sich schon einige Bildideen nebenbei. Denke daran: Nicht alles, auf was dich diese Fragen gebracht haben, muss in deiner Sketchnote vorkommen.



Zur nächsten Übung:

3. Schritt: Bringe Format und Handlungsrahmen zusammen


Zurück zu allen Übungs-Schritten:

Einleitung: Wie beginnt man Sketchnoting – eine Anleitung

1. Schritt: Thema präzisieren mit der Notitzzettel-Methode

2. Schritt: Aus Stichworten wird eine Story

3. Schritt: Bringe Format und Handlungsrahmen zusammen

4. Schritt: Layoute das „Bühnenbild“

5. Schritt: Mach’s spannend, Aktion!

6. Schritt: Setze Akzente, rücke in’s rechte Licht

7. Schritt: Übe effektiv und werde schnell besser

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