Ein interdisziplinärer und spannender Austausch

sketch4effects
sketch4family

Zwei Generationen, zwei berufliche Hintergründe – aber eine gemeinsame Leidenschaft!

Der Anteil an Visualisierungsprojekten hat über die Jahre deutlich zugenommen. Das freut uns und spricht dafür, dass sich diese Investition für unsere Kunden lohnt. Die Folge aber war, dass eine Hand oft nicht mehr genug war – was nicht selten zur Folge hatte, dass Visualisierungsprojekte abgelehnt werden mussten. Mit der Rückkehr von Anna aus dem Ausland eröffneten sich plötzlich neue Möglichkeiten. Mit dieser Visualisierungskompetenz in der eigenen Familie wurde nach einigen gemeinsamen Projekten im Frühjahr 2021 sketch4effects in dieser Form geboren.

Siegfried (Sigi) Bütefisch

Analoge Wurzeln

Noch in der analogen Zeit zwischen 1980 und 1986 studierte ich Dipl. Grafik-Design an der Kunstakademie Stuttgart. Es war eine Zeit, in der noch vieles „handgemacht“ werden musste: Entwürfe wurden von Hand skizziert, Schriften gezeichnet, Reinzeichnungen noch mit Lineal und Feder getuscht. Mein Studium finan­zierte ich neben dem Messebau mit fotorealistischen Illustrationen für Pflanzen- und Tierbücher sowie Trickfilmzeichnungen. Stifte und Papier waren damals unverzichtbare Werkzeuge eines jeden Grafikers.

Quick and Dirty in 20 Minuten als Workshop-Demo entstanden.

Von der Wirkung her denken

Als ich mich nach dem Studium selbstständig machte, ging es mehr und mehr um Konzept, Gestaltung und Layout. Und da wir als Büro eines der ersten waren, die mit einem MAC-Computer Projekte realisierten, wurden Tastatur und Maus wichtiger. Für die Jüngeren: Der Computerbildschirm war schwarz-weiß, nur 9 Zoll groß und mit dickem schwarzen Rahmen, der die Anzeige nochmals verkleinerte; eine zusätzliche 4 MB Festplatte kostete noch über 4.000 und ein Laserdrucker für schwarz-weiß Drucke 16.000 D-Mark. Natürlich blieben Stifte, Pinsel und Farbe nie ganz in der Schublade: Entwürfe wurden weiterhin von Hand geskribbelt und mit Illustrationen verdiente ich weiter Geld.

Design erklärt nicht alles

Visuelle Kommunikation blieb nicht alles: Neben Konzeption, Text und Gebrauchsgrafik interessierten mich zunehmend die psychologischen Hintergründe der Kommunikation und mensch­lichen Wahrnehmung. Denn Gestaltung ist wichtig, aber nur ein Wirkfaktor, wenn es darum geht, Menschen, Gedanken und Dinge in Bewegung zu bringen. Aus- und Fortbildungen im Bereich Psychologie, Coaching und Training erweiterten meinen „Kommunikations-Werkzeugkasten“. Das prägt unser Denken und Arbeiten: egal, ob wir mit unserem Büro heute Unternehmen und Organisationen betreuen oder ich als Dozent und Vortragender tätig bin.

Einfach neugierig bleiben – mit Lupe und Teleskop

Über den Tellerrand der Gestaltung zu klettern, hängt mit meinem Bedürfnis zusammen, Neues zu lernen und erkunden. So hätte ich fast einen anderen Berufsweg eingeschlagen: Zum Zeitpunkt meiner Aufnahmeprüfung an der Kunstakademie war ich schon für ein Astrophysikstudium eingeschrieben. Meine Tätigkeit als Visualisierer gibt mir einen guten Grund im Vorfeld gründliche zu Recherchieren, mich in neue Themen einzuarbeiten und Neues zu Endecken – BILDung macht mir Spaß!

Anna Bütefisch

Zwischen Papier, Stiften und Comics aufgewachsen

Womöglich als Ergebnis von Genetik und Umwelteinflüssen, vielleicht aber auch einfach nur in Ermangelung anderer Beschäftigungsmöglichkeiten im Büro meines Vaters war das Zeichnen für mich schon als Kind eine ganz große Sache. Mit den Geschwistern wurde begeistert „Büro“ gespielt und da der Papierkorb immer randvoll mit Entwürfen, Probedrucken und Musterstücken gefüllt war gab es reichlich Ausgangsmaterial für die eigenen Kunstwerke. Wenn mal eben die Inspiration knapp wurde ging man zum Comic-Regal und verlor sich in der Welt von Lucky Luke, Asterix oder Tim und Struppi. Dem frühkindlichen Visualisierungsdrang folgend, mussten natürlich auch die Comics ab und zu als Canvas herhalten – sehr zum Ärgernis unseres Vaters.

Natürlich gerieten diese langen Übungseinheiten nach und nach in den Hintergrund meines Interesses. Aber für gute Noten und Spaß im Kunstunterricht hat die „solide Grundausbildung“ mehr als gereicht.

Tiermedizin als Sketchnoteschule

So richtig intensiv ging es mit dem Skizzieren und Zeichnen paradoxerweise erst einige Jahre später wieder los. Während meines Studiums der Tiermedizin sah ich mich auf einmal mit einer schier endlosen Menge an Informationen (in Textform) konfrontiert. Nach und nach fing ich an meine Vorlesungsnotizen und Zusammenfassungen bildhafter zu gestalten. Das Ergebnis: tausende Seiten Sketchnotes – am Anfang meist auf Papier und später digital auf dem iPad.

Es war meine Art zu lernen und ich merkte, dass ich dadurch schneller mehr Informationen verarbeiten konnte. Und was vielleicht noch wichtiger war: in so manch tröger Vorlesung retteten mich meine Notizen vor Sekundenschlaf und schlimmerem – denn auch wenn mich das Thema nicht wirklich interessierte, konnte ich mich immer für das Visualisieren an sich begeistern.

Effektiv Lernen durch Sketchnoting.

Mit Stethoskop und Stift

Über die Jahre hat sich dabei mein Visualisierungstil verändert. Er ist einfacher und vielseitiger geworden: weniger Kunst und ästhetischer Anpruch, dafür mehr Wirkung, mehr sketch4effects. Das passt zu der Erkenntnis, dass ein gutes Springpferd nicht höher springt als nötig. oder wie Einstein es ausdrückte: „Man muß die Dinge so einfach wie möglich machen. Aber nicht einfacher.“

Nach abgeschlossenem Studium und der Rückkehr aus dem Ausland hatten mein Vater und ich plötzlich berufliche Schnittpunkte. Bei sketch4effects im Bereich der Business-und Lehrgrafiken, bei sketch4effects in Workshops und Veranstaltungen, bei sketch4effects in Videos und nun aktuell bei sketch4effects in Buchform. So schließt sich der Kreis. Statt wie vor über zwei Jahrzehnten „Büro zu spielen“ arbeiten wir nun produktiv und mit Spaß zusammen.